Statements


Parteien, Verbände, Gewerkschaften u.a. positionieren sich zu Ethik- bzw. Religionsunterricht. Zunehmend werden dabei säkulare Perspektiven eingenommen, die hier kurz vorgestellt werden. Soweit dazu Dokumente verfügbar sind, werden sie hinterlegt. Vorschläge zur Ergänzung bitte unter Kontakt

Der Humanistische Verband NRW will „die Einführung eines [gleichrangigen] ‚Schulfachs Humanistische Lebenskunde‘ in Verbindung mit der Betreuung einer entsprechenden Lehrkräfteausbildung [und] die Einrichtung eines obligaten Fachs ‚Ethik, Religionen, Weltanschauungen‘ o.ä., das für alle info-kontaktgemeinsam erteilt wird und nicht getrennt nach Konfessionen“ erreichen.
Näheres: HVD-Landesverfassung und
Humanistisches Selbstverständnis

Die Forderungen des Internationalen Bundes Konfessionsloser und Atheisten (IBKA) lauten: „Religionsunterricht ist in die Religionsgesellschaften zurück zu verlagern … Allen Schülerinnen und Schülern soll integrativer und multikultureller Unterricht in Lebensgestaltung, Ethik, Religions- und Weltanschauungskunde angeboten werden, der vom Prinzip der religiösen und weltanschaulichen Neutralität bestimmt sein muss.“ (Politischer Leitfaden, Fassung v. 2012)

Die Giordano-Bruno-Stiftung sagt selbst nichts weiter zu einem allgemeinen religionskundlichen Unterricht. In Stellungnahmen fordert der Stiftungssprecher Schmidt-Salomon wiederholt „die Einführung eines allgemein verbindlichen Fachs ‚Lebensgestaltung – Ethik – Religionskunde‘ (LER) als gemeinsames Pflichtfach in der Schule“. (s. Pädagogik 7-8/2016)

Der Fachverband Philosophie NRW hatte einen Lehrplan-Entwurf „Praktische Philosophie Grundschule“ vorgelegt. Diese Initiative basierte auf dem rot-rot-grünen Koalitionsvertrag von 2010, wurde vom Ministerium infolge von Neuwahlen nicht weiter verfolgt.

Die Landesschüler/innen-Vertretung NRW „setzt sich nachdrücklich dafür ein, dass das bereits bestehende Fach ‚Praktische Philosophie‘ flächendeckend in NRW für alle SchülerInnen verpflichtend eingeführt wird und den bisherigen Religionsunterricht ersetzt.“ (Grundsatzprogramm v. 2015)

Im Wahlprogramm geht es der SPD NRW mehr als je „auch darum, die Achtung und den Respekt gegenüber dem anderen zu vermitteln und zu lernen, Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion vorurteilsfrei begegnen“. Eine Aussage zum Werte bildenden Unterricht wird nicht getroffen.

Im Wahlprogramm der Grünen NRW heißt es im Schul-Kapitel: „Grundschule – Philosophie in der Grundschule einführen: … die Anzahl der konfessionell gebundenen Schüler*innen nimmt kontinuierlich ab. Deswegen wollen wir ergänzend zum bekenntnisorientierten Religionsunterricht das Fach Philosophieren mit Kindern in der Grundschule einführen, damit sich Kinder mit Sinn-, existentiellen und Wertefragen außerhalb eines bekenntnisorientierten Unterrichts auseinandersetzen können.“

Im Wahlprogramm der FDP NRW steht das Statement „Wir unterstützen die vielfältigen Angebote des bekenntnisorientierten Religionsunterrichts. Darüber hinaus müssen gleichberechtigt auch nichtreligiöse Überzeugungen berücksichtigt werden. Daher fordern wir, dass auch an Grundschulen zwischen konfessionellen Angeboten und Ethikunterricht gewählt werden kann. “

DieLinke.NRW postuliert im Landtagswahl-Programm: „Normen und Werte, gesellschaftspolitische und philosophische Fragen sollten in Schulen in einem gemeinsamen Unterrichtsfach thematisiert werden. … Der gemeinsame religionsübergreifende Unterricht wäre ein wichtiger Beitrag zur Integration. … Wir fordern LER (Lebenskunde, Ethik, Religionen) als gemeinsames Schulfach.“

Die CDU Nordrhein-Westfalen sieht die Schule zwar als „Ort kultureller, religiöser und ethischer Bildung“, legt sich in ihrem Grundsatzprogramm von 2015 jedoch eindeutiger fest: „Deshalb ist für die CDU Nordrhein-Westfalen der bekenntnisorientierte Religionsunterricht unter deutscher Schulaufsicht selbstverständlicher Bestandteil aller Schulen und Schulformen. Dies gilt für den evangelischen und katholischen, den jüdischen, als auch für den islamischen Religionsunterricht.“

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist in der Diskussion. Die Landesvorsitzende Dorothea Schäfer wurde am 29.09.2016 in der Neuen Westfälischen zitiert: „… viele Menschen sind aus der Kirche ausgetreten, lassen ihre Kinder nicht mehr taufen und verstehen daher nicht, wieso ein konfessionsgebundener Religionsunterricht in der Schule stattfinden muss.“ [Es] sei ein Unterrichtsfach sinnvoll, an dem alle Schüler unabhängig von ihrem eigenen Religionsbekenntnis teilnehmen müssen. Daneben könne es aber auch konfessionsgebundenen Religionsunterricht geben.

Verband Bildung und Erziehung (VBE)
folgt …

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