HVD NRW: „Praktische Philosophie“ an Grundschulen!

Wann kommt endlich „Praktische Philosophie“ in die Grundschule?

Der Humanistische Verband NRW fordert, die Einführung eines Ethik- oder Philosophieunterrichtes an den Grundschulen nicht halbherzig anzugehen und auf die lange Bank zu schieben. „Wir brauchen diesen Unterricht dringend, damit die große und wachsende Zahl konfessionsfreier Kinder nicht länger außen vor bleibt, wenn es um Fragen einer guten und sinnvollen Lebensführung geht„, betont Erwin Kress, Präsident des Humanistischen Landesverbandes.

Auch von den muslimischen Kindern erhält der allergrößte Teil keinen solchen Unterricht. Dies dient nicht der Verbesserung des Zusammenlebens.“ Gerade ein solcher Unterricht kann den Blick auf unterschiedliche Weltsichten und die gegenseitige Toleranz sehr befördern.

Der Ausschuss für Schule und Bildung im Landtag NRW wird sich in seiner Sitzung am Mittwoch, den 21. Februar 2018 erneut mit der Einrichtung eines Ethik- oder Philosophieunterrichtes an den Grundschulen des Landes beschäftigen.

CDU und FDP haben sich im Koalitionsvertrag zur Einführung eines Ethikunterrichtes für Kinder verpflichtet, die nicht an einem Religionsunterricht teilnehmen. Die Grünen, nun von Koalitionszwängen befreit, fordern ebenfalls ein Fach, in dem sich die Kinder eine Lebensphilosophie erarbeiten können.

Auch wenn es im Schulbereich noch andere Baustellen gibt, muss die Schulministerin nun schnell einen Plan für die Einführung eines neutralen Werteunterrichtes in den Grundschulen vorlegen. Einen brauchbaren Lehrplanentwurf hat der Fachverband Philosophie bereits vorgestellt. Nun müssen die finanziellen Mittel für Lehrkräfte bereitgestellt werden und die Ausbildung dieser Lehrkräfte muss organisiert werden. Erfahrungen aus dem Bereich Praktische Philosophie in der Mittelstufe (Sek. I) liegen vor.

Dazu erklärt Erwin Kress, Präsident des Humanistischen Verband NRW:
Mit vielen anderen gesellschaftlichen Kräften teilen wir allerdings den weitergehenden Wunsch, dass an einem Werte vermittelnden Ethik- bzw. Philosophieunterricht alle Schülerinnen und Schülern einer Klasse zusammen teilnehmen sollten. Die gegenwärtigen Erfahrungen in Berlin und Brandenburg zeigen uns, dass Philosophie-Unterricht für alle und religiöses Bekenntnis keinen Widerspruch darstellen müssen. Ein verpflichtender Werte-Unterricht für alle Schülerinnen und Schüler dient dem Zusammenleben und nutzt auch Familien, die auf Wunsch weiterhin ein konfessionsgebundenes Unterrichtsangebot wahrnehmen könnten.“

Beitrag mit freundlicher Genehmigung übernommen vom Humanistischen Pressedienst

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