GEW berät „bekenntnis-unabhängigen Werteunterricht“

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat vor einiger Zeit einen Bundesausschuss Migration, Diversity, Antidiskriminierung (BAMA) eingerichtet. Eine Arbeitsgruppe des BAMA formulierte zum Gewerkschaftstag der GEW im Mai 2017 den Antrag 3.36 Gemeinsames bekenntnisunabhängiges Werte-Fach in der Schule *)

Die GEW fordert damit die Einführung eines Pflichtfaches zur Werte-Orientierung für alle Schüler*innen aller Jahrgänge und Schularten in allen Bundesländern, in dem ein gemeinsamer, bekenntnisunabhängiger schulischer Werte-Unterricht erfolgt. *)

Konkret: In allen Bundesländern wäre demnach dieses Unterrichtsfach als gemeinsamer Pflichtunterricht für alle Schüler*innen ab der 1. Klasse ohne Abwahlmöglichkeit einzuführen. Dazu könnte Religionsunterricht oder ein anderer bekenntnis-orientierter Werte-Unterricht als zusätzliches Unterrichtsangebot kommen.

Als wesentliche Inhalte dieses Werte-Fachs werden von der GEW angeführt

  • Grundwerte des Grundgesetzes und der UN-Menschenrechte
  • Reflexion kultureller Wurzeln von Philosophien, Religionen und Weltanschauungen
  • Förderung ethischer Urteils- und Handlungsfähigkeit
  • Toleranz, Akzeptanz und gegenseitiges Verständnis u.a.

Begründet wird das gemeinsame Schulfach mit der Suche nach einer gemeinsamen Werteorientierung mit Blick auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der Vielfalt existierender Wertevorstellungen und der zu beobachtenden Verunsicherung können die derzeit existierenden Unterrichtsangebote nicht gerecht werden – weil keines dieser Angebote für alle durchgängig und verpflichtend konzipiert ist. Vielmehr will die Gewerkschaft, dass für alle Schüler*innen ein gemeinsamer, bekenntnisfreier, religiös und weltanschaulich ungebundener und inklusiver Erfahrungsraum geschaffen wird.

Die GEW hat sich vorgenommen, eine Strategie zur Einführung dieses Unterrichtsfaches in allen Bundesländern zu entwickeln. Bereits in der Diskussionsphase wird der Konsens mit potentiellen Bündnispartnern gesucht, um bildungspolitischen Druck zu entwickeln.

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*) Antrag zum 28. Gewerkschaftstages der GEW (06. bis 10. Mai 2017) wurde zur weiteren Beratung an den Hauptvorstand überwiesen

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