YouGov-Umfrage zu Religionsunterricht

„Abschaffen des Religionsunterrichts“ entspräche laut einer YouGov-Umfrage der mehrheitlichen Vorstellung in unserem Land. Bisher hatten sich hauptsächlich Atheist/innen mit diesem Thema profiliert, aber nun soll es für diese Forderung bis hin zu CDU-Wählern eine klare Mehrheit geben.

Die Meinungsforscher hatten rund 1.000 Personen Ende September repräsentativ gefragt: „Brauchen wir … noch den klassischen Religionsunterricht? Oder ist gerade heute eine breite und allgemeine Vermittlung von Werten, Ethik und Normen wichtiger?“ Die Ergebnisse hatten im Spätsommer für ein kurzes Rauschen im Zeitungswald etc. geführt. Aber bald war das Thema wieder verschwunden.

Gemeinsamer Werteunterricht“ wird demnach von rund zwei Dritteln der Bevölkerung gewünscht – anstatt des Religionsunterrichts. Der Humanistische Verband NRW fordert seit langem „die Einrichtung eines obligaten Fachs »Ethik, Religionen, Weltanschauungen« o.ä., das für alle gemeinsam erteilt wird und nicht getrennt nach Konfessionen“. Dagegen wird gelegentlich auf das Grundgesetz verwiesen, dass der Reli-Unterricht damit garantiert sei.

Für die Klassen 5 bis 10 ist in NRW die „Praktische Philosophie“ eingeführt. Ein reguläres Unterrichtsfach, dass diesen Vorstellungen wenigstens in Ansätzen näher kommt. Gleichwohl nehmen daran nur die Schüler/innen teil, die nicht in den christlichen oder anderen Reli-Unterricht gehen. Aber selbst dieses sehr eingeschränkte Angebot gibt es in der Grundschule in NRW nicht.

HP.Schulz


„Mehrheit für Abschaffung des Religionsunterrichts, auch bei Union-Wählern“ Quelle: YouGov.de am 28.09.2016

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